Projekt: „Genetik für den Robbenschutz"

Kegelrobben (Halichoerus grypus) und Seehunde (Phoca vitulina) können häufig im Wattenmeer und umliegenden europäischen Gewässern beobachtet werden. Nach der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL 2008/56/EG) müssen sogenammte “Assessment Units” für beide Spezies identifiziert werden, um effektive Naturschutzpläne zu entwickeln. Die Seehundstation Friedrichskoog arbeitet zusammen mit Forschern aus Irland, wo die Umsetzung dieser EU Gessetzgebung stark durch den Mangel an Proben und Wissenslücken im Bezug auf Populationsstrukturen der Robben in umliegenden Gewässern behindert wird. 

Ziel

Dieses Projekt untersucht genetische Populationsstrukturen und langfristige Veränderungen in der genetischen Variabilität von Seehund und Kegelrobbe (I) in irischen Gewässern und (II) in Relation zu Robben in anderen europäischen Ländern. Ergebnisse des Projektes sollen das Verständnis dieser Arten verbessern und mögliche neue Informationen für den Schutz und das Management von Populationen in freier Wildbahn liefern.

Methoden

Dank hochsensitiver genetischer Methoden können Forscher DNA Proben  jetzt non-invasiv sammeln. Die bedeutet, dass die Robben nicht gehändelt werden müssen und jeglicher unnötiger Stress vor Ort vermieden wird. Als Probenmaterial dient häufig Kot, Haar und Material von toten Tieren.. Eine Vielzahl von Forschungsinstituten, Staatsagenturen, Rehabilitationszentren und Museen arbeiten für dieses Projekt in einem großen internationalen Netzwerk zusammen. Dies bietet Zugriff auf Daten und verbessert die Probenanzahl signifikant. Die Seehundstation Friedrichskoog ist einer dieser Partnereinrichtungen und stellt Blutproben aller Individuen zur Verfügung, da diese bei Aufnahme ohnehin genommen werden.

Von jeder Probe werden DNA Daten werden über zwei Arten genetischer Marker gewonnen: mitochondrielle DNA (mtDNA) Sequenzen, die von der Mutter vererbt werden, und nukleare Mikrosatelliten, die aus kurzen variable Wiederholungen bestehen und von beiden Elternteilen vererbt werden. Im Speziellen analysiert das Team Sequenzen der D-loop (rosa Abschnitt in der runden Zeichnung). Diese Daten werden dann mit publizierten genetischen Daten aus britischen und skandinavischen Studien verglichen um die Analyse von Populationsstrukturen auf größerer geographischer Ebene zu ermöglichen. 

Weitere Informationen & Ergebnisse

Um mehr über das Projekt zu erfahren, besuchen Sie unsere Facebook Seite @SealResearchIreland oder schreiben Sie direkt an: 

kristina.steinmetz@research.gmit.ie

Nähere Informationen sind in folgender Publikation nachzulesen:
Kristina Steinmetz, Sinéa Murphy, Oliver Ó Cahla, James Barnett, Luca Mirimin, Enabling pinniped conservation by means of non‑invasive genetic population analysis, Conservation Genetics Resources, https://doi.org/10.1007/s12686-020-01182-4

Finanzierung

Dieses Projekt wird gefördert vom Galway-Mayo Institute of Technology (GMIT) und National Parks and Wildlife Service und sitzt in dem Marine and Freshwater Research Centre im GMIT.